Wie das Artenhilfsprogramm unsere Fische schützt
Die Lage unter Wasser ist ernst. Über 50 % der bayerischen Fischarten sind bedroht und stehen auf der Roten Liste. Betonufer, Wehre, Wasserkraftwerke und Flussbegradigungen nehmen den Fischen den Lebensraum und verhindern die natürliche Fortpflanzung. Für uns Angler ist klar – Ein „Weiter so“ kann es nicht geben.
Hier setzt das Artenhilfsprogramm (AHP) an. Es ist kein reines Behördenprojekt, sondern der entscheidende Hebel, um unsere Gewässer – und damit auch unsere Passion – langfristig zu sichern. Das AHP packt das Problem an der Wurzel und setzt auf nachhaltige Revitalisierung statt auf kurzfristige Maßnahmen. Der Fischereiverein Nürnberg begleitet das AHP aktiv und fördert damit gezielt den Erhalt bedrohter Fischarten direkt an unseren Vereinsgewässern – siehe Bild.
Die 3 Säulen für die Zukunft unserer Gewässer:
Strukturverbesserung – Lebensraum schaffen
Fische brauchen Struktur. Durch das Einbringen von Totholz, Kiesbänken und das Schaffen von Flachwasserzonen entstehen natürliche Laichplätze und wichtige Einstände für Brut- und Jungfische. Aktuelle Praxisbeispiele hierfür laufen derzeit an der Unteren Pegnitz und am Birkensee – initiiert und begleitet vom Landesfischereiverband Bayern, dem Wasserwirtschaftsamt (WWA), der unteren Naturschutzbehörde und dem Fischereiverein Nürnberg.
Durchgängigkeit – Wanderwege öffnen
Querbauwerke zerschneiden die Flussläufe. Der Bau von Fischaufstiegshilfen und der Rückbau von Barrieren öffnen blockierte Wanderwege, damit Arten wie Äsche und Nase ihre historischen Laichgründe wieder erreichen. Ein aktuelles Beispiel ist der große Sandfang an der Oberen Pegnitz. Hier entsteht ein neuer Fischweg, der für das biologische Gleichgewicht lebenswichtig ist.
Gezieltes Stützungsmanagement
Um kritische Bestände vor dem Zusammenbruch zu bewahren, werden bedrohte Arten in spezialisierten Zuchtanlagen nachgezogen und gezielt besetzt.
Warum uns das als Angler alle angeht
Reiner Fischbesatz verpufft, wenn der Lebensraum nicht passt. Erfolgreiche Artenhilfsprogramme laufen deshalb über viele Jahre. Sie kombinieren den Besatz immer mit einem strengen Monitoring und der Verbesserung der Gewässerstruktur und damit den Habitatraum unserer Fische.
Als Angler sind wir die Augen und Ohren direkt am Wasser. Nur wenn wir intakte, strukturreiche Gewässer und natürliche Kreisläufe fördern, sichern wir die Fischbestände für die kommenden Generationen.
Artenschutz ist gelebter Gewässerschutz – und die fundamentale Basis für jeden zukünftigen Fangerfolg.



